Neurologie
Editorial von Prof. Roman Haberl, München zum Schwerpunktthema Schlaganfall des Heftes 8/2003
Prof. Dr. med. Roman L. Haberl 2003;3 (8): 1
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Schlaganfälle können eine Einschränkung kognitiver Funktionen zur Folge haben. Egal ob mikroangiopathischer oder makroangiopathischer Genese, die Ursache ist offenbar vaskulärer Natur, und so schließt sich der Kreis zur vaskulären Demenz. Kann man bei vaskulärer Demenz mit jenen Medikamenten, die sich bei der degenerativen Demenz als progressionsverzögernd erwiesen haben, die kognitiven Funktionen verbessern? Sind sie vielleicht bei lakunären Schlaganfällen eine Behandlungsoption? Oder gibt es die so genannte vaskuläre Demenz gar nicht, weil die demenzielle Symptomatik fast immer von degenerativen Prozessen hervorgerufen wird?
H. C. Diener, Essen 2003;3 (8): 20-21
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Ursache von – 20–50% der beobachtbaren ischämischen Insulte sind zerebrale Mikroangiopathien. In Bezug auf Risikoprofil, Prognose, Diagnostik und Therapie sind sie von den anderen Verschlusskrankheiten der Hirnarterien und das Hirn versorgenden Arterien abzugrenzen. Die Gruppe der zerebralen Mikroangiopathien ist jedoch sehr vielgestaltig. Zahlenmäßig überwiegen bei weitem die degenerativen Formen, die mit den bekannten Gefäßrisikofaktoren sowie mit dem Lebensalter korrelieren. Hiervon abzugrenzen sind die sehr viel selteneren vielgestaltigen genetischen Formen, die unabhängig von Gefäßrisikofaktoren im jüngeren Erwachsenenalter auftreten. Darüber hinaus sind zahlreiche zerebrale Mikroangiopathieformen ungeklärter oder heterogener Ursache bekannt.
Prof. Dr. med. Henning Henningsen 2003;3 (8): 24-29
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Die pathophysiologischen Mechanismen, die der risikofaktorassoziierten zerebralen Mikroangiopathie zugrunde liegen, sind noch unzureichend charakterisiert. Für die Initialphase der Erkrankung liegen Hinweise auf eine Endothelzelldysfunktion vor. Sie führt primär zu einer Störung der Bluthirnschranke und sekundär zu Veränderungen im Bereich des subintimalen Gewebes der Arteriolen. Eine Einschränkung der zerebralen Autoregulation ist wahrscheinlich ursächlich für die chronische Ischämie des Marklagers der Großhirnhemisphären, die zu einer flächigen Demyelinisierung (Leukoaraiosis) führt. Der thrombotische Verschluss einer perforierenden Arterie ist zumindest in der akuten Phase des lakunären Infarktes von Bedeutung. Ob jeder lakunäre Infarkt durch einen Gefäßverschluss verursacht ist, ist bislang nicht geklärt. Am Ende der Entwicklung stehen der lakunäre Infarkt bzw. die chronische Ischämie des Marklagers.
Priv.-Doz. Dr. med. Matthias Sitzer 2003;3 (8): 30-34
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In der vorliegenden Kasuistik wird über ein histologisch dokumentiertes Aneurysma spurium der Karotisgabel mit Restenose der A. carotis interna zehn Jahre nach Desobliteration und Patchplastik berichtet. Bei gleichzeitigem Carotis-interna-Verschluss der Gegenseite und Subclavian-steal-Phänomen bei A.-subclavia-Verschluss links erfolgte die Aneurysmaresektion. Wegen erheblicher Wandveränderungen wurde die Strombahn durch eine konische PTFE-Prothese, die normalerweise für Dialyseshunts verwendet wird, wiederhergestellt. Vor der Aneurysmaresektion erfolgte die Implantation eines carotido-subclavialen PTFE-Bypasses links. Im Hinblick auf den linksseitigen A.-carotis-interna-Verschluss und die gleichzeitig rechtsseitig vorliegende Carotis-interna-Restenose wurde auf ein interventionelles Vorgehen mit Embolisation des Aneurysmas durch Coils und eine Stentimplantation zur Rekonstruktion der Strombahn verzichtet. 2003;3 (8): 38-39
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Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe schreibt den ersten Innovationspreis für vorbildliche Leistungen in schlaganfallrelevanten Prozessen aus. 2003;3 (8): 57
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Seit dem 15.10.2003 können deutsche Stroke-Units an einem Zertifizierungsverfahren teilnehmen und so ihre Qualitäten auf den Prüfstand stellen. 2003;3 (7): 0
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Von den frei verkäuflichen Schnupfenmitteln erwartet man sich vielleicht keine großartige Wirkung, zumindest aber auch keine gravierenden Nebenwirkungen. Eine mexikanische Studie zeigt jetzt, dass einige dieser Mittel möglicherweise alles andere als harmlos sind.
Prof. Dr. med. E. Ernst, University of Exeter/UK 2003;3 (7): 46
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Schlaganfallpatienten erleiden signifikant häufiger einen erneuten Insult, wenn ihr Homocysteinspiegel erhöht ist. Nach Ansicht des Autors sollten deshalb alle Patienten mit einem Homocysteinspiegel von über 15 µmol/l nach Schlaganfall medikamentös behandelt werden.
Prof. Dr. med. Curt Diehm, Karlsbad 2003;3 (5): 47
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Die mit zunehmender Lebenserwartung ansteigende Prävalenz von Demenzerkrankungen und deren sozioökonomischen Folgen lassen Früherkennung und Behandlungsstrategien immer wichtiger werden. Nach den Ergebnissen einer neuen Studie erhöhen stumme Schlaganfälle das Risiko für die Entwicklung einer Demenz bei älteren Personen. Dementsprechend ist eine Risikoreduktion für das Auftreten von stummen Schlaganfällen anzustreben.
Marc Hauchwitz, Neurol. Abteilung Krankenhaus München-Harlaching 2003;3 (4): 49
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Bisher veröffentlichte Kleinstudien zeigten uneinheitliche Ergebnisse über den Effekt von Blutdrucksenkung auf Entwicklung einer Demenz oder kognitiver Leistungsminderung. Jetzt gibt es aber klare Hinweise darauf, dass eine adäquate Blutdrucksenkung zu einer Risikoreduktion führt. Dieser Effekt wird vor allem über die Risikosenkung für einen Schlaganfall erzielt.
Philipp Pilz, Neurol. Abteilung Krankenhaus München-Harlaching 2003;3 (4): 50
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Der World Health Report 2002 dokumentiert die Bedrohung der Weltbevölkerung durch Hypertonie vor allen anderen Risiken. Deshalb ist eine konsequente Behandlung von erhöhtem Blutdruck und Hyperlipidämie notwendig.
H. Holzgreve 2003;3 (4): 8-10
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Zum bundesweiten Tag gegen den Schlaganfall am 10. Mai 2003 startet die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe mit Unterstützung von Pfizer eine neue Aktionskampagne. Ihr Ziel: Aufklärung über die Risikofaktoren, die einen Schlaganfall, Herzinfarkt oder Gefäßerkrankungen auslösen können. 2003;3 (3): 68
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Augen können sprechen. Zwar nicht im herkömmlichen Sinne, aber ein tiefer Blick in die Augen mittels einer speziellen Laserkamera für Netzhautfotografie gibt Auskunft über den Zustand der Gefäße und ob ein Mensch schlaganfallgefährdet ist. Talking Eyes ist ein Projekt der Siemens Betriebskrankenkasse (SBK), Kooperationspartner sind die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe und die Deutsche Hochdruckliga. 2003;3 (2): 75
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Jetzt sind die neuen Schlaganfall-Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie erschienen. Besonderes Gewicht wird auf die Sekundärprävention gelegt: Vor allem Hochrisikopatienten müssen vor einem neuen Ereignis geschützt werden.
Susanne Kammerer 2003;3 (1): 14-16
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Keine Frage: Der Bluthochdruck muss runter, will man Risikopatienten vor einem Schlaganfall bewahren. Ob und inwieweit sowohl bei der Primär- als auch bei der Sekundärprävention die Wahl des Antihypertensivums eine entscheidende Rolle spielt, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Kommt es allein auf Effektivität der Blutdrucksenkung an? Oder gibt es Antihypertensiva mit zusätzlichem präventiven Potenzial? 2003;3 (1): 19-20
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Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe befasst sich mit der Aufklärung über den Schlaganfall, der Akutversorgung, der Rehabilitation und Nachsorge des Schlaganfalls. In den zehn Jahren, in denen die Stiftung tätig ist, wurde das Thema Schlaganfall ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und auch der Ärzte gerückt. In einem Verbund aus Medizinern, Medien, Industrieunternehmen, Kostenträgern, Non-Profit-Organisationen und Patienten wird aktive Aufklärungsarbeit geleistet. Unterstützt werden wir bundesweit von 160 ehrenamtlich arbeitenden Ärzten. 2003;3 (1): 69-70
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