Nephrologie
Schon bei geringgradiger Nierenfunktionseinschränkung besteht bei Erhöhung des asymmetrischen Dimethylarginin (ADMA) ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Ob das erhöhte Risiko durch ADMA vermittelt wird oder ob ADMA lediglich ein erhöhtes Risiko als Indikator anzeigt, ist noch nicht bekannt.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. E. Ritz, Heidelberg 2002;2 (Sonderheft_1): 56
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Bereits eine geringe Einschränkung der Nierenfunktion erhöht die Mortalität und die Komplikationsrate bei akutem Myokardinfarkt. Trotzdem sind gerade diese Hochrisikopatienten therapeutisch oft unterversorgt.
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. E. Ritz, Heidelberg 2002;2 (6): 34
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Zigarettenrauchen ist ein unabhängiger Risikofaktor für die Progression zahlreicher Nephropathien, messbar durch eine deutlich gesteigerte Abnahme der Kreatininclearance von Rauchern verglichen mit Nichtrauchern. Eine prospektive Langzeitstudie zeigt nun, dass eine vollständige Aufgabe des Rauchens die Progression einer primären Nephropathie verzögern kann.
Dr. med. Melanie Stapperfend, Deutsches Diabetes-Forschungsinstitut Düsseldorf 2002;2 (5): 40
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In Familien von Patienten mit essenzieller Hypertonie findet man häufig eine vermehrte Kochsalzempfindlichkeit des Blutdrucks. Das könnte an einer genetischen Variante des amiloridsensitiven Natriumkanals liegen.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. E. Ritz, Heidelberg 2002;2 (5): 41
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Die Nephropathie des Typ 2 Diabetikers ist in fast allen westlichen Ländern häufigste Ursache von chronischer Nierenerkrankung und terminaler Niereninsuffizienz. Im Gegensatz zu Typ 1 Diabetes war aber bislang keine auf Evidenz basierende Therapieempfehlung möglich. Dies war umso bedauerlicher, als a priori große Bedenken geäußert wurden, ob die Nephropathie des Typ 2 Diabetikers vergleichbar ist mit der des Typ 1 Diabetikers. 2002;2 (5): 8-10
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Diabetiker stellen heutzutage in den westlichen Industrieländern den größten Anteil an Patienten, die erstmals einer Nierenersatztherapie zugeführt werden. Die Testung auf Mikroalbuminurie vermag diabetische Patienten mit hohem renalen Risiko bereits frühzeitig zu identifizieren. Bei positivem Testergebnis ist der Blutdruck mittels Hemmung des Renin-Angiotensin-Systems auf möglichst niedrige Werte zu senken; empfohlen sind dauerhafte Blutdruckwerte von < 125/75 mmHg bei Mikroalbuminurie und < 120/70 mmHg bei einer Proteinurie > 1 g/Tag.
Dr. med. Ralf Dikow* und Prof. Dr. med. Karlwilhelm Kühn** 2002;2 (4): 18-25
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Die diabetische Nephropathie stellt eine Facette der mikroangiopathischen Spätkomplikationen des Diabetes dar. Mit der Verbesserung der Überlebensprognose von Diabetikern hat die Niereninsuffizienz eine erschreckende epidemiologische Dimension angenommen, speziell beim Typ 2 Diabetes.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Eberhard Ritz* und Prof. Dr. med. Werner Kleophas* 2002;2 (4): 26-31
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Die Prognose von Patienten mit Diabetes mellitus ist vor allem durch kardiovaskuläre Ereignisse bestimmt. Zu den Manifestationen einer diabetischen Kardiopathie gehören die koronare Makro- und Mikroangiopathie, Störungen des myokardialen Energiestoffwechsels, die diastolische Dysfunktion aufgrund von fibrotischen Veränderungen des kardialen Bindegewebes, die autonome diabetische Neuropathie mit erhöhtem Sympathikotonus und konsekutiv erhöhtem arrhythmogenen Potenzial und ein erhöhtes prothrombogenes Potenzial.
Prof. Dr. med. Malte Kelm, Priv.-Doz. Dr. med. Frank C. Schoebel, Prof. Dr. med. Bodo E. Strauer 2002;2 (4): 32-38
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Terminale Niereninsuffizienz und Dialyse als Folge einer diabetischen Nephropathie stellen heute an sich vermeidbare „Endpunkte“ dar, da die Rahmenbedingungen günstig sind: Die Komplikation entwickelt sich langsam und lässt sich durch das Mikroalbuminuriescreening in einem frühzeitigen Stadium erkennen, in dem durch intensive Diabetes- und Blutdrucktherapie eine Rückbildung möglich ist.
Prof. Dr. med. C. Hasslacher 2002;2 (4): 8-17
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Ein historisches Datum: Vor nun genau 30 Jahren erschien im New England Journal of Medicine von H. R. Brunner et al. (286 (1972), 441–449) die Beobachtung, die den Durchbruch brachte: Hypertoniepatienten mit niedriger Plasma-Renin-Aktivität bekamen weder Schlaganfall noch Herzinfarkt. Dagegen stieg mit zunehmender Renin-Aktivität das Infarkt- und Schlaganfallrisiko.
Dr. med. Jochen Aumiller 2002;2 (3): 74-75
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Die Nierenarterienstenose kann Ursache einer renovaskulären Hypertonie und ischämischen Nephropathie mit progredientem Nierenfunktionsverlust sein. Bei selektierten Risikopatienten sollte ein gezieltes Screening mittels nicht invasiver, effektiver und kostengünstiger Testverfahren erfolgen. Der Einsatz minimal invasiver Techniken hat zu verbesserten therapeutischen Möglichkeiten auch der atherosklerotischen Form der Nierenarterienstenose geführt.
Dr. med. M. Schmidt, Prof. Dr. med. M. Blumenstein 2002;2 (2): 48-52
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Adipozyten scheinen nicht nur ein rein passiver Energiespeicher zu sein, wie bisher vermutet. Eine italienische Studie zeigt, dass der Adiponectinspiegel bei niereninsuffizienten Patienten einen signifikanten Prädiktor des kardiovaskulären Risikos darstellt.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Eberhard Ritz 2002;2 (2): 55
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Eine gesteigerte sympathische Nervenaktivität wird bei hypertensiven Patienten mit primärer Nierenerkrankung selbst dann gesehen, wenn die glomeruläre Filtrationsrate noch normal ist. Dies ist sowohl für die Wahl der Antihypertensiva als auch möglicherweise für das Verständnis der erheblich gesteigerten kardiovaskulären Mortalität bei selbst geringgradiger Einschränkung der Nierenfunktion bedeutsam.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. E. Ritz 2002;2 (2): 62
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Eine Statintherapie kann bei nierentransplantierten Patienten nicht die Zahl immunologisch bedingter Abstoßungsreaktionen senken, so die ernüchternden Ergebnisse einer großen randomisierten multizent-rischen Doppelblindstudie.
Prof. Dr. Dr. h. c. E. Ritz 2002;2 (1): 46
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Es ist sinnvoll, Typ 2 Diabetiker mit einem Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten wie Irbesartan zu behandeln. Dieser konnte in zwei großen Prospektivstudien das Fortschreiten des diabetischen Nierenschadens sowohl im Frühstadium der Mikroalbuminurie als auch im fortgeschrittenen Stadium der manifesten Nephropathie verzögern.
Dr. med. Melanie Stapperfend 2002;2 (1): 50
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