Kardiologie
Zum Jahresabschluss stellt der Präsident der American Heart Association traditionsgemäß die zehn besten Studien aus den Bereichen Herz-Kreislauf und Schlaganfall vor – ein Rückblick über den Erkenntnisgewinn weltweiter Forschungsanstrengungen eines Jahres. Ausgewählt wurden in diesem Jahr Durchbrüche in der antithrombotischen Therapie, der genetischen Grundlagenforschung und der Zelltherapie sowie in Prävention und Versorgung.
J. Aumiller 2010;10 (1): 10-11
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Lange Gesichter bei den Autoren von FOCUS und TREAT: Ob man bei anämischen Risikopatienten rasch transfundierte oder zuwartete, war unerheblich. Und Darbepoetin versagte bei dem Versuch, das kardiovaskuläre Risiko von anämischen Diabetikern zu senken.
J. Aumiller 2010;10 (1): 12-13
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In Kanada hat eine Ärztebefragung erschütternde Wissenslücken und noch mehr Verwirrung bei wesentlichen Fragen der Risikofaktorstratifizierung offenbart, über die Milan Gupta vom kanadischen kardiovaskulären Forschungsnetzwerk in Bramton/Ontario berichtete.
J. Aumiller 2010;10 (1): 13
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Die duale Antithrombose mit Clopidogrel und ASS nach Bypassoperation kann der alleinigen ASS-Gabe weichen. Das zeigen mit großer Klarheit die Ergebnisse der CASCADE-Studie.
J. Aumiller 2010;10 (1): 14
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Das Konzept war vielversprechend, bestand aber den Realitätstest nicht: Ein Gespann aus medikamentenbeschichtetem Ballonkatheter und nach Dilatation implantiertem Metallstent hatte bei KHK-Patienten deutliche Nachteile gegenüber einem Sirolimusstent: signifikant mehr Herzinfarkte und Stentthrombosen.
J. Aumiller 2010;10 (1): 14
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Niedrige HDL-Spiegel sind selbst bei Patienten, die Statine nehmen, mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert. Das belegte nun eine neue Metaanalyse, die Richard Karas vom Tufts Medical Center in Boston/USA vortrug.
J. Aumiller 2010;10 (1): 16
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Schon seit Turnvater Jahns Zeiten weiß man, dass körperliche Ertüchtigung gesund ist, vor allem der Schulsport. Dass vor allem Kinder aus niedrigen sozioökonomischen Schichten davon profitieren, hat die Leipziger Schulstudie dokumentiert.
J. Aumiller 2010;10 (1): 16
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Der Aufwand für die erste Versorgungsleitlinie zur Herzinsuffizienz war immens: Vier Jahre lang haben 15 Experten aus elf medizinischen Fachgesellschaften und Organisationen den aktuellen Erkenntnisstand so ziemlich aller Aspekte zur chronischen Herzinsuffizienz zusammengetragen und kritisch bewertet, und zwar nicht nur die rein kardiologischen Fragestellungen, sondern auch hausärztliche, geriatrische und versorgungspolitische. Bislang ist die 177 Seiten umfassende Langfassung im Internet abrufbar, eine Kurzversion ist in Arbeit.
J. Aumiller 2010;10 (1): 18-19
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Nach chirurgischen Eingriffen am Herzen kommt es häufig zu Perikardergüssen. Die Gabe des nicht steroidalen Antirheumatikums (NSAR) Diclofenac zur Behandlung dieser Komplikation ist nutzlos, wie die POPE-Studie belegte.
J. Aumiller 2010;10 (1): 31
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Trotz großer Fortschritte in der Therapie des Herzinfarkts könnten die Langzeiterfolge noch deutlich besser sein, wenn nach den kardiologischen Interventionen ein besserer Schutz vor Restenosen erreicht würde. In einer europaweiten Umfrage unter 500 Kardiologen waren fast alle der Meinung, dass viele Infarktpatienten unter der derzeitigen Standardnachsorge mit Clopidogrel und Aspirin weiterhin von Herz-Kreislauf-Komplikationen bedroht sind.
J. Aumiller 2010;10 (1): 31
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Nutzen und Komplikationen der Katheterablation bei paroxysmalem und permanentem Vorhofflimmern wurden in einer weltweiten Erhebung erfasst.
H. Holzgreve 2010;10 (1): 48
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Der Nutzen der Operation einer asymptomatischen Karotisstenose ist umstritten. Eine aktuelle Analyse der englischen Oxford Vascular Study verstärkt nun erneut die Zweifel an der generellen Notwendigkeit einer solchen Operation, da das Rezidivrisiko der Patienten nach einem Schlaganfall oder einer TIA ohnehin sehr niedrig ist.
M. Busch 2010;10 (1): 49-50
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Die 1-Jahres-Ergebnisse der HORIZONS-AMI-Studie zeigen einen fortbestehenden Nutzen der periprozeduralen Gabe des direkten Thrombininhibitors Bivalirudin bei Patienten mit akutem ST-Hebungsinfarkt, die sich einer perkutanen Koronarintervention unterziehen.
P. W. Radke 2010;10 (1): 55
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Die neuen Interventionsmöglichkeiten haben nicht nur den Kardiologen weitere Perspektiven eröffnet, auch die Imaging-Experten und Herzchirurgen müssen sich darauf einstellen. Ohne interdisziplinäre Kooperation ist heute eine Therapieplanung nicht mehr vertretbar. Auf dem P-C-I-Live-Kongress gab es nicht nur praktische Tipps für die Durchführung diverser kathetergestützter Interventionen, es kamen auch Neuentwicklungen zur Sprache, ebenso wie die Validierung bekannter Verfahren.
J. Aumiller 2010;10 (1): 6-8
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