Hypertensiologie
Daten einer Metaanalyse legen nahe, dass die Kombination niedrig dosierter Antihypertensiva den Blutdruck senkenden Effekt erhöht und das Auftreten unerwünschter Wirkungen senkt.
Prof. Dr. med. Peter Schwandt, München 2003;3 (6): 48
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Der Aldosteronantagonist Spironolacton gehört seit 40 Jahren zum Arzneimittelschatz, fristete aber ein eher bescheidenes Dasein. Die Indikation „Hypertonie bei primärem Aldosteronismus“ ist eine ausgesprochene Rarität. Auch der Einsatz bei „Sekundärem Hyperaldosteronismus“ infolge Leberzirrhose, Herzinsuffizienz und nephrotischem Syndrom ist begrenzt auf fortgeschrittene Krankheitsstadien und schwere Verläufe. Außerdem waren Aldosteronantagonisten nebenwirkungsträchtig. Mit den neuen Daten bei Herzinsuffizienz und der Entwicklung spezifischer Substanzen spricht jetzt aber alles dafür, dass die Aldosteronantagonisten eine Renaissance erleben.
Prof. Dr. med. H. Holzgreve 2003;3 (5): 12
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Gesundheitsökonomen fordern, sich bei der Verordnung auf das Ursprungspräparat zu beschränken. Vergessen wird, dass der Wettbewerb um das beste Produkt einer Substanzklasse nicht nur die wissenschaftliche Datenlage mehrt, sondern auch die Preise vor Ablauf der Patente senkt. Der folgende Beitrag zeigt anhand der generellen Empfehlung, alle ACE-Hemmer und Kalziumantagonisten durch Enalapril bzw. Nitrendipin zu ersetzen, auf welch wackeligen wissenschaftlichen Füßen hier argumentiert wird.
Prof. Dr. med. Heinrich Holzgreve 2003;3 (5): 42-45
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Editorial zum Schwerpunktheft Hochdrucktherapie 4/2003 von Prof. Dr. Peter Dominiak
Prof. Dr. med. Peter Dominiak 2003;3 (4): 1
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Dr. Jochen Aumiller bespricht die Höhepunkte der 18. Jahrestagung der Amerikanischen Hochdruckgesellschaft (ASH) in New York
Dr. med. Jochen Aumiller 2003;3 (4): 12-17
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Im Mai dieses Jahres wurden die neuen amerikanischen Empfehlungen JNC7 zur Diagnose und Therapie des hohen Blutdrucks veröffentlicht, die den neuen Erkenntnissen der letzten 6 Jahre im wesentlichen Rechnung tragen. Einige empfehlen sich auch für die deutschen Leitlinien, z. B. die Aufwertung der frühen Kombinationstherapie. Andere Änderungen, etwa die Bevorzugung der Diuretika in der Monotherapie, berücksichtigen spezifische US-amerikanische Verhältnisse, etwa den großen Anteil Afroamerikaner mit vermindertem Ansprechen auf ACE- und AT1-Hemmer.
Prof. Dr. med. Peter Dominiak 2003;3 (4): 18-25
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Hunderte von Millionen Gesundheitskosten könnten eingespart werden, wenn Hochdruckpatienten primär mit Chlorthalidon behandelt würden anstatt mit den teureren ACE-Hemmern oder Kalziumantagonisten, wurde nach Bekanntwerden der ALLHAT-Studienergebnisse argumentiert. Mehr noch: Aufgrund von Unterschieden bei den sekundären Endpunkten hieß es gar, dass in Deutschland Hunderte von Patienten einen Schlaganfall erleiden, der verhindert werden könnte. Was dran ist an diesen Vorwürfen und ob die Diuretika auch in den Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga nach vorne rücken müssen, dazu befragte CARDIOVASC-Schriftleiter Prof. Dr. med. Peter Dominiak die beiden Vorstandsmitglieder der Hochdruckliga, Prof. Zidek und Prof. Schrader.
Die Fragen für Cardiovasc stellte Herr Prof. Dr. med. P. Dominiak 2003;3 (4): 26-28
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Compliance bezeichnet den Grad der Übereinstimmung des Patientenverhaltens mit medizinischen Empfehlungen und Verordnungen. Der folgende Beitrag beschreibt das Ausmaß und die Ursachen der Non-Compliance in der Hochdrucktherapie und zeigt Lösungsmöglichkeiten auf, wie die Compliance erhöht werden kann.
Prof. Dr. Rainer Düsing 2003;3 (4): 30-32
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Körperliches Training senkt den arteriellen Blutdruck bei Hypertonikern im Mittel um 7/6 mmHg. Ausdauerorientierte Sportarten sind bei erhöhtem Blutdruck prinzipiell geeigneter als Schnellkraft- und Maximalkraftbelastungen. Kraftausdauertraining hingegen senkt den Blutdruck und stellt kein erhöhtes Risiko dar. Für Sport treibende Hypertoniker sind ACE-Hemmer, AT1-Blocker und Kalziumantagonisten günstige Antihypertensiva, da sie sich leistungs- und stoffwechselneutral verhalten.
Univ.-Prof. Dr. med. Wilfried Kindermann 2003;3 (4): 34-40
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Die europäischen Gesellschaften für Hypertonie und für Kardiologie haben gemeinsam Empfehlungen zur Hypertonie herausgegeben. Es werden die Empfehlungen des amerikanischen Joint National Committee und der ESH/ESC verglichen, die jetzt im Abstand von weniger als einem Monat publiziert wurden.
H. Holzgreve 2003;3 (4): 6-7
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Die Hypertonie betrifft in Deutschland etwa 16–20 Millionen Patienten und stellt damit eines der größten Gesundheitsprobleme unseres Landes dar. Für die meisten betroffenen Patienten ist zur Blutdrucksenkung eine medikamentöse Therapie notwendig. Erfahrungen aus umfangreichen klinischen Studien liegen in diesem Zusammenhang mit zwei schon lange verfügbaren Substanzgruppen vor, den Diuretika und den beta-Rezeptorenblockern. In den letzten Jahrzehnten sind weitere Substanzgruppen zur medikamentösen Blutdrucksenkung hinzugekommen: Kalziumantagonisten, alpha-Rezeptorenblocker, ACE-Hemmer und AT1-Antagonisten. 2003;3 (4): 64-65
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Der World Health Report 2002 dokumentiert die Bedrohung der Weltbevölkerung durch Hypertonie vor allen anderen Risiken. Deshalb ist eine konsequente Behandlung von erhöhtem Blutdruck und Hyperlipidämie notwendig.
H. Holzgreve 2003;3 (4): 8-10
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Die aktuellen Großstudien zur Primärtherapie der Hypertonie widersprechen sich. Die einen folgern, dass ACE-Hemmer Mittel der ersten Wahl sind – die anderen erküren Thiazid-Diuretika dazu. Doch nach wie vor sollte die beste Medikation für jeden Patienten individuell entschieden werden.
Dr. Christina Wenzelburger, Neurologische Abt., Krankenhaus München-Harlaching 2003;3 (2): 58
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Keine Frage: Der Bluthochdruck muss runter, will man Risikopatienten vor einem Schlaganfall bewahren. Ob und inwieweit sowohl bei der Primär- als auch bei der Sekundärprävention die Wahl des Antihypertensivums eine entscheidende Rolle spielt, wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Kommt es allein auf Effektivität der Blutdrucksenkung an? Oder gibt es Antihypertensiva mit zusätzlichem präventiven Potenzial? 2003;3 (1): 19-20
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Die Hypertonie ist ein gleichermaßen bedeutsamer und therapeutisch gut beeinflussbarer Baustein im Risikofeld des Metabolischen Syndroms. Weil Diabetes mellitus eine Komponente des Syndroms ist, liegt der Zielblutdruck unter 130/80, mindestens unter 135/85 mmHg. Besonders nachdrücklich müssen Allgemeinmaßnahmen propagiert werden, wobei insbesondere Gewichtsreduktion zu einer Blutdrucksenkung führt, die einer hoch dosierten Monotherapie entspricht. Es gibt keine beweisgestützten, allerdings eine Reihe von theoretischen, pathophysiologisch bzw. pharmakologisch begründeten Empfehlungen für die Auswahl bestimmter Antihypertensiva.
Prof. Dr. med. H. Holzgreve 2003;3 (1): 41-44
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In der bisher größten Endpunktstudie zur arteriellen Hypertonie werden vier Antihypertensiva aus verschiedenen Substanzklassen miteinander verglichen: der Kalziumantagonist Amlodipin, der ACE-Hemmer Lisinopril, der Alphablocker Doxazosin und das Thiaziddiuretikum Chlorthalidon. Der Alphablockerarm war wegen einer erhöhten Herzinsuffizienzrate bereits vorzeitig beendet worden. Zwischen den anderen drei Behandlungsarmen zeigte sich im Follow-up kein Unterschied in der Mortalität. Das Diuretikum war aber bezüglich des Auftretens der Herzinsuffizienz dem Kalziumantagonisten und bezüglich der Apoplexrate dem ACE-Hemmer überlegen.
Dr. med. Carsten Tschöpe, Berlin 2003;3 (1): 59
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