Diabetologie
Unstrittig ist der Einsatz von Azetylsalizylsäure (ASS) bei Patienten mit manifesten kardiovaskulären Erkrankungen in der Nachsorge: Bei koronarer Herzerkrankung (akutes Koronarsyndrom, ACS; akuter Myokardinfarkt), nach abgelaufenen ischämischen zerebralen Durchblutungsstörungen außer kardioembolischen Ereignissen und nach Revaskularisation (Gefäßoperation und Angioplastie) ist ASS absolut indiziert.
H. Lawall, C. Diehm, Karlsbad 2006;6 (8): 36-39
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Nach der Entwicklung glukokortikoidfreier Protokolle für die Immunsuppression hoffte man, dass die Transplantation von Langerhansinseln eine Routinetherapie von Typ-1-Diabetes werden könnte. In einer internationalen Multicenterstudie konnte aber nur bei einem kleinen Teil der Patienten eine lang anhaltende Heilung des Typ-1-Diabetes erreicht werden.
J. Seißler, München 2006;6 (8): 54
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Bei Typ-1-Diabetes können diabetesspezifische Folgeerkrankungen durch eine normnahe Blutzuckereinstellung verhindert bzw. verzögert werden. Kann dieses Ziel nur über einen befristeten Zeitraum erreicht werden, entwickeln die ehemals gut eingestellten Patienten dennoch signifikant seltener makrovaskuläre Komplikationen.
J. Seißler, München 2006;6 (8): 56
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Eine Sisyphusarbeit: 1500 Verbesserungsvorschläge sind diskutiert und teilweise eingearbeitet worden, aber im Dezember soll das große Pionierwerk der Diabetologen und Kardiologen fertig sein. In großen Teilen wurden die gemeinsamen Empfehlungen in Kopenhagen bereits vorgestellt. Hier einige Highlights.
Jochen Aumiller 2006;6 (7): 22-23
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Wird es künftig zur Diabetesprävention, etwa bei gestörtem Glukosetoleranztest, die Empfehlung geben, zusätzlich zu den unverzichtbaren Lebensstiländerungen ein Glitazon zu verordnen? Die Ergebnisse der DREAM-Studie weisen in diese Richtung. Mit Rosiglitazon, über drei Jahre gegeben, konnte das Diabetesrisiko um 60 % (relative Risikoreduktion) vermindert werden, mit Ramipril nicht.
Jochen Aumiller 2006;6 (7): 23-25
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„Klinische Inertie“ wird den Ärzten vorgeworfen, was so viel heißen soll wie Trägheit oder Langsamkeit in der Patientenversorgung. Im konkreten Fall geht es um die unzureichende antihypertensive und antidiabetische Behandlung von Typ-2-Diabetikern.
Dr. Jochen Aumiller 2006;6 (6): 10-12
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Eine neue Prävalenzstudie der Nationalen Gesundheitsbehörden (NIH) sowie der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) beziffert den Anteil der erwachsenen Amerikaner mit diagnostiziertem Diabetes auf 6,5 %, in der letzten Erhebung waren es noch 5,1 %. Zugrunde gelegt wurden hierbei die Surveyintervalle von 1988 bis 1994 und dann von 1999 bis 2002. Die Prozentsätze der nicht erkannten Diabetesfälle waren in beiden Zeiträumen gleich: Ein Drittel der Erwachsenen mit Diabetes weiß nichts von der Stoffwechselstörung.
Dr. Jochen Aumiller 2006;6 (6): 12
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News vom Kongress der American Diabetes Association (ADA)
Dr. Jochen Aumiller 2006;6 (6): 15
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Nur mit biologischem Ersatz des ausgefallenen Pankreasinselgewebes in Form einer Pankreastransplantation oder als Inselzelltransplantation lässt sich gegenwärtig eine perfekte Blutzuckerhomöostase erzielen ohne gleichzeitige Gefahr einer schweren Hypoglykämie. Zudem entfallen Insulininjektionen und Blutzuckerselbstkontrollen, was dem Patienten einen erheblichen Gewinn an Lebensqualität verschafft.
Reinhard G. Bretzel, Michael Eckhard, Henning Jahr, Isabel Martin, Daniel Winter, Mathias D. Brendel 2006;6 (6): 34-37
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CME-Fragebogen, auf www.CME-Punkt.de verfügbar
Nikos Werner, Reinhard G. Bretzel, Michael Eckhard, Henning Jahr, Isabel Martin, Daniel Winter, Mathias D. Brendel 2006;6 (6): 38
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Die Suche nach neuen Substanzen zur Therapie des Typ-2-Diabetes läuft auf Hochtouren. Auf der 66. Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA) rückten die Inkretine in den Mittelpunkt, und die bereits zugelassenen Glitazone haben den Prüfstand von klinischen Vergleichs- und Endpunktstudien erreicht. Auch so manche Überraschung gab es, so scheint die Insulinpille doch realisierbar zu sein.
Dr. Jochen Aumiller 2006;6 (5): 14-18
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Monatelang standen die Insulinanaloga im Mittelpunkt der Diskussionen zwischen Pharmaindustrie, IQWiG und Gesundheitsministerium. Es wurde, so schien es, mit schwerem Geschütz und vielen Tricks gekämpft. Geholfen hat es nichts: Die Anregung des IQWiG, die Insulinanaloga aus der Erstattung durch die Kassen herauszunehmen, ist vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) übernommen worden. Formal muss der Beschluss noch vom Ministerium abgesegnet und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden.
Dr. Jochen Aumiller 2006;6 (5): 18
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Das Ziel der Insulintherapie bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ 1 ist eine normnahe Blutzuckereinstellung unter Vermeidung von schweren Hypoglykämien, um damit die Entwicklung von Diabetesfolgeerkrankungen zu verzögern oder gar zu verhindern. Die konventionelle Insulintherapie mit Mischinsulin wird beim Patienten mit Typ 1 Diabetes heute nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt. Die Standardtherapie ist heute die intensivierte Insulintherapie oder funktionelle Insulintherapie, teilweise unter Einsatz einer Insulinminipumpe. Diese Therapie versucht, die physiologische Insulinausschüttung weitgehend zu imitieren.
Dr. med. Martin Pfohl 2006;6 (5): 24-28
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CME-Fragebogen, auf www.CME-Punkt.de verfügbar 2006;6 (5): 29
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Aufgrund der überaus positiven Wirkungen der Lebensstiländerung auf das kardiometabolische Syndrom und den Diabetes mellitus Typ 2 sollten diese nicht medikamentösen Maßnahmen vermehrt eingesetzt werden. Hierfür sind in Deutschland Angebote, die eine strukturierte und ärztlich geleitete, langfristige Betreuung der Patienten ermöglichen, wünschenswert.
Dr. med. Stephan Jacob 2006;6 (5): 30-33
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Trotz jahrzehntelanger Erfahrung mit vielen oralen Antidiabetika (Metformin, Sulfonylharnstoffe, alpha-Glukosidase-Inhibitoren) ist die wissenschaftliche Evidenzlage bezüglich des Effekts der Substanzen zur Reduktion „harter“ makro- und mikrovaskulärer Endpunkte dünn.
Prof. Dr. med. Stephan Matthaei 2006;6 (5): 34-37
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CME-Fragebogen, auf www.CME-Punkt.de verfügbar 2006;6 (5): 38
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Kurz wirkende Insulinanaloga werden weltweit verstärkt eingesetzt. Aufgrund ihrer geänderten Aminosäuresequenz werden im Vergleich zu Humaninsulin schneller höhere Insulinspiegel erreicht, was mit niedrigeren postprandialen Blutzuckerwerten einhergeht. Dadurch relativiert sich der Spritz-Ess-Abstand; insgesamt ist die Hypoglykämierate bei kürzerer Wirkdauer erniedrigt. Das „physiologischere“ Wirkprofil ist für den Diabetiker ein Schritt zu mehr Alltagsnormalität, erhöht die Compliance und die Lebensqualität.
Prof. Dr. med. C. Rosak 2006;6 (5): 39-41
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Patientinnen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes haben ein sechs- bzw. zweifach erhöhtes Risiko für eine Hüftfraktur.
Gunilla Erdmann 2006;6 (5): 48
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Dass sich ein intensives Diabetesmanagement und die Beachtung von Surrogatparametern auf nationaler Ebene auszahlen, zeigt eine Studie aus den USA. Was diese Studie aber auch zeigt: Es bleibt noch viel zu tun.
Prof. Dr. med. Hermann S. Füeßl 2006;6 (5): 48
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Interview mit Prof. Jochen Seißler, München
Dr. med. Jochen Aumiller 2006;6 (4): 12
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Bericht zum 41. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, Leizpig, 24.–27. Mai 2006
Dr. med. Jochen Aumiller 2006;6 (4): 8-12
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Pro & Kontra-Diskussion um die Notwendigkeit des Begriffs
Prof. Andreas F. H. Pfeiffer, Prof. Michael Stumvoll 2006;6 (3): 24-25
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Der Begriff „metabolisches Syndrom“ setzt sich in Deutschland immer mehr durch. Viele und komplexe Definitionen erschweren jedoch den klinischen Umgang mit dieser Krankheitsentität. Auch die zugrunde liegende Pathophysiologie ist komplex und erfordert zum Verständnis eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema. Wer jedoch die Inhalte verinnerlicht hat, wird bei seiner klinischen Arbeit davon profitieren und Patienten mit diesem Syndrom effektiver therapieren können.
Prof. Dr. med. Alfred Wirth 2006;6 (3): 26-29
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CME-Fragen zum Heftschwerpunkt
Alfred Wirth 2006;6 (3): 30
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Das Gesundheitsrisiko bei Adipositas hängt entscheidend vom Fettverteilungsmuster ab. Dabei ist die Vergrößerung der viszeralen Fettdepots eng mit den metabolischen und kardiovaskulären Komplikationen assoziiert. Neuere Studien zeigen, dass viszerale Fettzellen wesentlich stoffwechselaktiver sind als subkutane. Das viszerale Fettgewebe weist zudem ein deutlich ungünstigeres Sekretionsmuster von Adipokinen auf als das subkutane. Vor allem eine gesteigerte Freisetzung proinflammatorisch wirksamer Adipokine ist wahrscheinlich für die begleitende Insulinresistenz verantwortlich. Jede Gewichtsabnahme führt - unabhängig von der Methode - zu einer bevorzugten Mobilisierung der viszeralen Fettdepots und damit zur Besserung des Risikoprofils.
Prof. Dr. Hans Hauner 2006;6 (3): 32-34
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Das metabolische Syndrom (MetS) muss nicht nur als Stoffwechsel-, sondern vielmehr auch als Gefäßerkrankung verstanden werden. Dabei ist das Erkrankungsgeschehen dynamisch und erfordert präventiv, akut und post-interventionell unterschiedliche Therapie- und Interventionsstrategien.
Univ.-Prof. Dr. med. D. Tschöpe 2006;6 (3): 35-38
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CME-Fragen zum Heftschwerpunkt
Hans Hauner, Diethelm Tschöpe 2006;6 (3): 39
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Übergewicht führt zu Hypertonie und beide sind Risikofaktoren für die Diabetesentstehung. Dabei spielt die Aktivierung des Renin-Angiotensin-Systems (RAS) eine wichtige Rolle. Gezielte antihypertensive Therapie mit ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptorblockern kann die Diabetesinzidenz senken und Spätschäden verhindern.
Prof. Dr. Vera Regitz-Zagrosek 2006;6 (3): 40-43
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Diabetes mellitus ist schon lange kein exklusives Problem der Ursprungsländer des Fastfood und Softdrinks mehr. Wie eine Riesenwelle breitet sich die Erkrankung epidemieartig in der ganzen Welt aus, insbesondere in weiten Teilen Asiens. Ärzte und Gesundheitsbehörden ringen dort mit den Folgen von Unter- und Überernährung zugleich und bemühen sich mit WHO-Hilfe um einfachste Versorgungsstrukturen für das rapide wachsende Millionen-Heer von Diabetikern in der dritten Welt.
Dr. med. Dirk Einecke 2006;6 (2): 24-25
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Reichlicher Konsum von Vollkornprodukten, Kleie (Frühstücksflocken) sowie Ballaststoffen steht in Zusammenhang mit einer niedrigeren Konzentration von Entzündungsmarkern im Blut.
Gunilla Erdmann 2006;6 (2): 64
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